Die drei Sprecher der Pfarrei-Initiative haben nach Bekanntwerden der Pressemitteilung sich kurzgeschlossen und zeigen sich mit dem Ergebnis der Verhandlungen in Rom sehr zufrieden. Denn selbstverständlich leben wir als Seelsorgende aus dem Geist des Konzils. Gleichzeitig freut uns dass die von uns gestellten Fragen als solche erkannt wurden und das lässt hoffen, dass nun ein inhaltlicher Dialog über unsere 10 Punkte beginnen kann. Wir nehmen dabei durchaus die bisherigen geführten Gespräche ernst. Als inhaltliche Auseinandersetzung erwarten wir aber deutlich mehr. Wir bleiben hoffnungsvoll.

1. Juli 2013

zum offenen Brief von Bischof Felix Gmür an die Gläubigen und das Seelsorgepersonal im Bistum Basel

Grundsätzlich sind wir erfreut über die Art und Weise wie Bischof Felix Gmür die angesprochenen Themen der Pfarrei-Initiative im Bistum Basel angeht, nämlich im Bemühen zu verstehen, was der Wille des Herrn ist und im gemeinsamen, gehorsamen Hören auf Gottes Wort und auf die Zeichen der Zeit. Bischof Felix Gmür schildert in seinem Brief den begonnenen Weg der gemeinsamen Gespräche mit den Seelsorgerinnen und Seelsorgern der Diözese Basel, welcher in Zukunft fortgesetzt werden sollen. Wir teilen mit ihm die Ansicht, dass wir uns in einer Übergangszeit befinden, deren Ende noch nicht absehbar ist. Auch sind die Initianten fern davon zu glauben, dass der Initiativtext bereits eine abschliessende Aufzählung der heutigen kirchlichen Probleme beinhaltet; sie freuen sich deshalb, dass der Bischof in seinen Gesprächen sogar über den Initiativtext hinausgegangen ist.
Naturgemäss setzt der Bischof aus seiner Sicht einige Akzente etwas anders als es die Pfarrei-Initiative tut. Vorläufig hat Bischof Felix den formalen Rahmen abgesteckt, es sind dies die gemeinsamen Gespräche und die gegenseitige Offenheit und Verlässlichkeit. Das lässt hoffen, dass auch der zweite Schritt gelingen kann: das Gespräch über die Umsetzung der konkreten, inhaltlichen Anliegen der Initiative.

– Wir stehen ein für ein ehrliches Wahrnehmen der Lebenssituationen der Menschen und für die Glaubwürdigkeit kirchlicher Praxis. Deshalb benennen wir, was wir tun, auch wenn es im Widerspruch zu derzeitigen kirchenamtlichen Weisungen steht.

– Die Lebendigkeit der Gemeinden vor Ort ist für uns ein grosser Wert. Deshalb sind wir gegen die Schaffung grosser pastoraler Räume als Antwort auf den sogenannten Priestermangel. Wir setzen uns für andere Formen von Kirchesein im Lebensraum der Menschen ein. Die Vielfalt der Charismen muss zur Geltung kommen unabhängig von Stand, Geschlecht und sexueller Orientierung. Oberstes Ziel ist eine menschennahe Seelsorge im Geiste Jesu.

– Wir sind gegen die derzeitigen absolutistischen Strukturen in unserer Kirche und setzen uns für Bürgerrechte und Transparenz in der Kirche ein. („Ihr seid Mitbürger der Heiligen und Hausgenossen Gottes“, Eph 2,19)

Deshalb haben wir uns im Deutschsprachigen Raum und international vernetzt, weil die Situation in der Kirche und in der Gesellschaft uns dazu drängt. Wir fordern die Bischöfe auf, sich im Sinne der Reformbewegungen ebenfalls zu vernetzen.

am 25.01.2013 in Heilig-Geist, München:

Im Rahmen einer Solidaritäts-Wallfahrt versammeln sich am heutigen Sonntag, 13. Januar 2013 um 16.00 in der Kathedrale Chur Unterzeichner und Sympathisanten der Pfarrei-Initiative.

Im Anschluss daran werden die von Bischof Vitus Huonder angeforderten Briefe übergeben. Darin bringen Unterzeichnende aus dem Bistum Chur ihre Motivation und Ueberzeugung zum Ausdruck. Die Wallfahrt wird abgeschlossen durch eine „Teilete“ aus der Thermoskanne (und Guetzli).

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Am Montag, den 26. November 2012, kam es in Zürich zu einem Gespräch auf höchster Ebene zwischen der Sprechergruppe der Pfarrei-Initiative und den davon betroffenen Bischöfen. Daran teilgenommen haben die Bischöfe Markus Büchel von St. Gallen, Felix Gmür von Basel und Vitus Huonder von Chur sowie Pfarreileiterin Monika Schmid, Pfarrer Stephan Guggenbühl und die Gemeindeleiter und Diakone Hans-Peter Vonarburg und Markus Heil. Das Gespräch verlief in kollegialer Atmosphäre. Die unterschiedlichen Positionen wurden vertieft und mit viel Verständnis für die Schwierigkeiten des Gegenübers ausgetauscht. Doch eine inhaltliche Annäherung kam nicht zustande.

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340 Unterschriften der Seelsorger und Seelsorgerinnen und über 180 Sympathisanten. Die Resonanz auf die Pfarrei-Initiative und die Anzahl der Unterschriften hat uns sehr positiv überrascht. Sie zeigt, dass diese Fragen der Kirche auch breite Teile der Bevölkerung bewegen. Die Pfarrei-Initiative benennt etwas, das schon lange in der Luft liegt. Der Text hätte auch als etwas Schon-Dagewesenes abgetan werden können. Das Echo zeigt aber, unter welcher Spannung die katholische Kirche derzeit steht. Dass diese Spannung gerade den Seelsorgenden unter den Nägeln brennt, wird jetzt offensichtlich. (Leider ist dies bei vielen Seelsorgenden auch mit Angst verbunden)

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Über 90 katholische Seelsorgerinnen und Seelsorger der Schweiz haben sich bis Mitte September 2012 zusammengetan, um öffentlich zu machen, was in ihren Pfarreien „selbstverständlich“ und „bewährte Praxis“ ist: Alle Getauften nehmen an der Eucharistie teil, auch Christinnen und Christen anderer Konfessionen, Geschiedene, die wieder geheiratet haben, und Homosexuelle. Theologisch gebildete Laien übernehmen Verantwortung für die Pfarreien, einschliesslich der Predigt, der Krankensegnung und der Versöhnung. Und der sonntägliche Gottesdienst soll weiterhin in überschaubaren Gemeinden gefeiert werden.

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