Die Nachricht, Huonder bleibt noch zwei Jahre, hat uns schockiert. Das Spiel geht in die Verlängerung. Was bedeutet das? Ausser der eigenen Deutung von Bischof Huonder selber, dass dies ein Vertrauensbeweis des Papstes gegenüber ihm sei, liegt keine offizielle Erklärung vor, wie diese „Spielverlängerung“ zu interpretieren ist; darüber schweigt sich Rom aus. Man kann nur raten und mutmassen. Ein weiteres Mal werden wir wie unmündige Kinder behandelt, die nicht zu wissen brauchen, weshalb ihre Vorgesetzten so und nicht anders entschieden haben. Gegen diese unwürdige Behandlung von mündigen Kirchenbürgern und engagierten Katholiken sowie von Seelsorgerinnen und Seelsorgern müssen wir uns mit allen Mitteln wehren. Das ist das eine; das andere ist die Interpretation dieses Entscheides.

Wir sind überzeugt, dass Bischof Huonder mit seiner Deutung, dies sei ein Vertrauensbeweis des Papstes in seine Person, völlig falsch liegt. Man kann den Entschied auch so deuten: Der Papst und seine Berater sind sich bewusst, dass die Nachfolgeregelung in Chur eine heikle Sache ist. Mit den Vorschlägen, die zurzeit vorliegen (inklusive jenen von Nuntius Gullickson) konnte man sich nicht anfreunden; leider auch nicht mit unserem Vorschlag, einen Administrator zu ernennen. Also spielt man den Ball zurück. Schaut selber, dass ihr in eurem Bistum in diesen zwei Jahren zu vernünftigen Lösungen kommt! Das verstehen wir als Herausforderung nicht leiser zu werden. Und zwei Jahre sind eine lange Zeit, vielleicht auch genügend Zeit, den Nuntius in Bern abzulösen!

Aber übel ist diese verordnete „Nachspielzeit“ auf jeden Fall: Der Frust und die Resignation werden weiter zunehmen, die Kirchenaustritte auch und die Streitereien nicht leiser.