Schon in unserem letzten Rundbrief haben wir auf die Synodengespräche hingewiesen, zu denen die Schweizer Bischofskonferenz uns alle einlädt. (Den entsprechenden Aufruf finden Sie unter www.pastoralplanungskommission.ch). Wir erachten es als weiteren bemerkenswerten Schritt, dass die Kirchenbasis – wie im vergangenen Jahr – erneut zu den Themen Ehe, Familie und Partnerschaft gefragt wird.

Wir danken der Schweizer Bischofskonferenz und dem SPI, dass sie diesen Ball – den Wunsch nach einer breiten Beteiligung an der Vorbereitung auf die Familiensynode – aufgenommen haben, die Schweizer Bevölkerung daran teilnehmen lassen und die Ergebnisse auswerten wollen.

Wir ermutigen Sie alle diese Chance wahrzunehmen! Beteiligen Sie sich an den Gesprächen, bringen Sie sich ein und melden Sie Ihre Ergebnisse an das SPI zurück!

Das in den Dokumenten der Pastoralkommission (SPI) vorgeschlagene Vorgehen halten wir allerdings für problematisch. Denn es orientiert sich so sehr am Synodentext, als ob es die Jahrzehnte der Diskussion zu diesem Thema nicht gegeben hätte. Darum empfehlen wir folgendes Vorgehen bei der Durchführung solcher Gespräche:

1. Wir schlagen Ihnen einen modifizierten Umgang mit dieser Umfrage vor. Nehmen Sie nicht den Synodentext als Ausgangsbasis, sondern die eigenen Erfahrungen und Fragen, das eigene Hinschauen auf die Situation der Partnerschaften und Familien, den Blick auf das, was Not tut und was Not wendet.

2. Nach einem Austausch über das Erlebte soll dann – im Sinne einer Reflexion – der entsprechende Absatz des Synodentextes gelesen und besprochen werden.

3. In einem dritten Schritt werden diese Reflexionen dann schriftlich zusammengefasst um sie als Gesprächsergebnis an das SPI zu schicken. Um eine allgemeine Diskussion anzuregen, laden wir Sie ein, das Ergebnis auch in ihren Pfarrblättern und evtl. sogar in der (Lokal)Presse zu veröffentlichen. (Für eine detaillierte Ergänzung zu den Gesprächsunterlagen oder bei Rückfragen kontaktieren Sie: markus.heil@kath.ch). Wir berichten auch auf unserer Homepage unter Veranstaltungen über Erfahrungen mit diesen Gesprächen. Gerne nehmen wir auch ihre Ergebnisse und Erfahrungen auf.

Mit dem gegenseitigen offenen Hören wird diesen Gesprächen eine zusätzliche Qualität hinzugefügt, die für unsere Kirchenentwicklung ebenso von Bedeutung ist. So können wir der Einladung von Papst Franziskus zu Beginn der Synode Rechnung tragen: „Offen und ehrlich zu diesem Thema ins Gespräch zu kommen.“

Ausser der Ermutigung zur Teilnahme an den Synodengesprächen rufen wir mit vielen anderen katholischen Organisationen dazu auf, dass an der Synode im kommenden Herbst nicht nur die Bischöfe dieses Thema bearbeiten, sondern dass vor Ort auch direkt betroffene Katholikinnen und Katholiken angehört und miteinbezogen werden (siehe unter: http://action.groundswell-mvmt.org/petitions/widen-the-circle-at-the-upcoming-family-synod-2015).

Herzlich grüssen im Namen des Vorstands:
Markus Heil
Willi Anderau
Stefania Fenner