Liebe Unterzeichnende, Sympathisanten/Sympathisantinnen der Pfarrei-Initiative

mit diesem Brief möchten wir uns ganz herzlich bei Ihnen bedanken für das Mittragen der Pfarrei-Initiative durch Ihre Unterschrift. Sie unterstützen, stärken und leben Kirche-sein so, wie es in der Pfarrei-Initiative beschrieben wird. Immer wieder, wenn wir die Seite anklicken, spüren wir, wie viel Kraft von jeder Unterschrift ausgeht, Kraft, die wir alle jetzt und auch in Zukunft dringend brauchen, denn: Die Pfarrei-Initiative ist keine einmalige Aktion.

Nach dem Besuch der deutschsprachigen Schweizer Bischöfe in Rom und der Versammlung der Schweizer Bischofskonferenz in Givisiez hat die Kerngruppe der Pfarrei-Initiative den entsprechenden Medienkommuniqués der Bischöfe vom 1. Juli und 5. September zur Kenntnis genommen, dass der Dialog der Bischöfe mit den Unterzeichnern der Initiative fortgesetzt werden soll.

Die jüngsten Diskussionen über das „Vademecum“ haben aber gezeigt, dass bei einigen Verantwortlichen der Hierarchie ein grosses Misstrauen, wenn nicht sogar Angst vorhanden ist, gegenüber einer strukturierten Mitsprache und Verantwortung aller Glieder des Gottesvolkes, wie sie schon vom 2. Vatikanischen Konzil vorgezeichnet wurde. Es entsteht der Eindruck, dass in diesem Punkt wie in den angesprochenen Problemen der Pfarrei-Initiative das Beharren auf der historisch gewachsenen klerikalen Macht wichtiger ist als die Anliegen der Seelsorge und das Wohl der Menschen. Man fragt sich, welches Demokratie- und Kirchenverständnis hinter dem „Vademecum“ steht, wenn die Wahl des Pfarrers durch die Kirchgemeinde eine Einschränkung der Religionsfreiheit darstellen soll. „Vademecum“ hat einmal mehr offen gelegt, dass es noch ein weiter und langer Weg sein wird, bis all die in unserer Initiative aufgezeigten “Selbstverständlichkeiten” wirklich in einem Dialogprozess zur Sprache kommen, in dem nicht nur die Vertreter kirchlicher Macht als Gesprächspartner ernst genommen werden, sondern alle getauften und gefirmten Christen und Christinnen.

Trotzdem erwarten wir, dass nun endlich in einem nächsten Schritt einige brennende Punkte der Pfarrei-Initiative konkret angegangen werden, z.B., dass

  • gläubige Schwestern und Brüder anderer Konfessionen auch bei uns an jenem Mahl teilnehmen dürfen, das Jesus gestiftet hat, so wie auch wir an den Abendmahlsfeiern ihrer Tradition als Gäste teilnehmen.
  • wir mit wiederverheirateten Paaren in gottesdienstlichen Feiern um den Segen Gottes bitten dürfen für Ihren Weg in der künftige Lebensgemeinschaft und dass wir auch sie zum Tisch des Herrn einladen dürfen.
  • Menschen mit verschiedenen sexuellen Orientierungen mit allen Rechten und Pflichten als Schwestern und Brüder zu unserer Kirche gehören und dass wir mit ihnen zusammen in gottesdienstlichen Feiern um den Segen Gottes bitten dürfen für ihre Lebensgemeinschaft.

Wir sind davon überzeugt, dass die aktuelle Zahl der Unterschriften auf unserer Homepage in keiner Weise widerspiegelt, wie viele Menschen sich tatsächlich solidarisch zeigen mit der in der Initiative beschriebenen bewährten Praxis und diese auch mittragen in ihren Pfarreien. Wir laden Sie deshalb ein, noch einmal in Ihrem näheren Umfeld zu schauen. Vielleicht gibt es dort potentiellen Unterzeichnern/Unterzeichnerinnen, Sympathisanten/Sympathisantinnen: fragen Sie nach – laden Sie ein – ermutigen Sie. Je grösser die Anzahl derer ist, die die Initiative durch ihre Unterschrift unterstützen, desto grösser ist auch die Signalwirkung nach links und rechts, aber auch nach oben hin: Wir bleiben dran und es werden immer mehr, die uns unterstützen und mit uns dran bleiben.
Wir freuen uns über jede weitere Unterschrift, die wir mit Ihrer Hilfe gewinnen!
Ganz herzlichen Dank Ihnen allen!

Für die Arbeitsgruppe Basis innerhalb der Kerngruppe der Pfarrei-Initiative
Ute van Appeldorn

P.S. (von Markus Heil):
Bitte beachten Sie auch die verschiedenen Infos auf unserer Homepage www.pfarrei-initiative.ch. Auf der Unterschriftenseite und auf der Seite der Sympathisanten finden Sie auch ein Formular (als pdf) um Unterschriften handschriftlich zu suchen und einzusenden.
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Informationen zur Vortragsreise von Helmut Schüller von der PfarrerInitiative Österreich durch die USA finden Sie hier.