“Päpstlicher Rückenwind und neue Impulse für die Pfarrei-Initiative”

Der Saal im Centrum 66 wurde mit Leben gefüllt durch die grosse Anzahl interessierter KirchenbürgerInnen und pastoral Tätiger, die sich von der Pfarrei-Initiative zur Herbstversammlung haben einladen lassen.

Herbstversammlung 2014 | © Pfarrei-Initiative

Herbstversammlung 2014 | © Pfarrei-Initiative

Herbstversammlung 2014 | © Pfarrei-Initiative

Herbstversammlung 2014 | © Pfarrei-Initiative

Herbstversammlung 2014 | © Pfarrei-Initiative

Herbstversammlung 2014 | © Pfarrei-Initiative

 

Markus Heil, Sprecher der Pfarrei-Initiative, orientierte zu Beginn über das bisherige Engagement der Bewegung. Danach tauschten die Anwesenden in wechselnder Zusammensetzung darüber aus, wo sie in ihrem Kirchenengagement Lebendigkeit begegnen und gleichzeitig immer noch reanimieren, was sie im Grunde als tot erfahren. In diesem Kontext wurde auch die da und dort spürbare Angst der Bischöfe angesprochen und gefragt, wie das Kirchenfeuer, das Papst Franziskus entfacht hat, auch unsere Strukturen und Verantwortlichen entzünden könnte.

Prof. Walter Kirchschläger ermutigte in seinem Vortrag «… und sie brachen in ihren Häusern das Brot» zu einem Glauben als dialogischem Beziehungsgeschehen, zu überschaubaren Einheiten von Kirche, zum gegenseitigen Bestärken von vielfältigem Kirche-Sein sowie zu geschwisterlicher «Ordnung» und Formen von gottesdienstlichem Feiern. Er erinnerte an die ersten Hauskirchen, die nicht nur aus praktischen, sondern auch inhaltlichen Gründen entstanden seien, damit die Botschaft Jesu wirksam gelebt werden konnte. Und Kirchschläger zitierte den damaligen argentinischen Kardinal Bergolio: «Unsere Religionssoziologen sagen uns, dass sich der Einfluss einer Pfarrei auf einen Umkreis von 600 m erstreckt. In Buenos Aires liegen zwischen einer Pfarrei und der nächsten ca. 2000 m. Ich haben die Priestern damals gesagt: Wenn ihr könnt, mietet eine Garage, und wenn ihr den einen oder anderen disponiblem Laien auftreiben könnt, dann lasst ihn nur machen! Er soll sich um diese Leute hier kümmern, ein bisschen Katechese machen, ja auch Kommunion spenden, wenn er darum gebeten wird.»

Eine Gruppenarbeit förderte konkrete Anliegen der Anwesenden zu Tage, die sich die Pfarrei-Initiative nach ihren Möglichkeiten zu eigen machen möchte: die grosse Angst vieler Seelsorgenden, die Solidarität verhindert; heutige Gestalten von Hauskirche und neue ermächtigende Formen des Feierns; die Strategie der Pfarrei-Initiative, deren Kraft von unten nicht ausreicht; die ungebrochene Begeisterung für das, was Kirche meint. Angeregt vom Kardinals-Zitat machte sich eine Gruppe auf die gedankliche Suche nach «Garagen des Glaubens» und ihrer Bedeutung. Eine zweite regte die Initiierung von Lesezirkeln zu «Evangelii Gaudium» in sämtlichen Pfarreien der Schweiz an, die das Sekundäre (wie Regeln und Gesetze) als sekundär entlarven und das Primäre (Gottvertrauen und Christusbezug) als primär würdigen könnten.

In einer Agape-Feier wurden Brot und Wein geteilt und Gott gebeten: «Deine Töchter und Söhne lass uns sein, frei von Angst, voll von Liebe, satt an Freude, offen für Wandlung, nah den Menschen.»
In der Schlussrunde, in der viel Wertschätzung geäussert wurde, meinte einer der Teilnehmenden: «Die Pfarrei-Initiative hält den Fuss in die Tür. Danke!»